Keine Produkte = kein Verkauf = keine Zukunft?

Arbeitest du, um zu leben, oder lebst du, um zu arbeiten? Thomas Lorenzen bekam neulich Lust, diese Frage mehreren Autoverkäufern zu stellen. Sie blieben nämlich lieber in ihrem sicheren Büro sitzen als ihm einen neuen Wagen zu verkaufen. Dieses Erlebnis veranlasste den Transaktionsanalytiker dazu, seine Kollegin Verena von Nottbeck und seinen Co-Gastgeber im Podcast Permanent Change, Thomas Wehrs,zum Gespräch einzuladen. In der aktuellen Episode tauschen sich die Coaches und BeraterInnen über Motivation und Sinnhaftigkeit bei der Arbeit.

Zurückhaltung wegen Krisen

Tausende Stellen sind unbesetzt, zum Teil sehr lange. Unternehmen erhalten auf Stellenausschreibungen nur noch einen Bruchteil der Bewerberanzahl wie vor wenigen Jahren. Und manch einer, der einen Job hat, bleibt im Büro sitzen, wenn Kunden ins Autohaus kommen. Das bringt Menschen wie Verena von Nottbeck, Thomas Wehrs und Thomas Lorenzen ins Grübeln. Wieso ist es so schwer, Menschen dazu zu bewegen, eine Aufgabe anzunehmen? Darauf haben die drei Transaktionsanalytiker:innen mehrere Antworten. „Durch die Pandemie sind wir seit zweieinhalb Jahren in verschiedener Hinsicht unterversorgt“, sagt Thomas Wehrs. „Die Kriegserlebnisse in der Ukraine tragen noch mehr dazu bei, dass viele sich Sorgen machen“, meint Thomas Lorenzen. „Bei Unsicherheit halten sich die Menschen erstmal zurück“, fasst Verena von Nottbeck zusammen.

Wahrnehmung ändern und Probleme zunächst erkennen

Wenn so viel Unsicherheit herrscht wie zurzeit, verharren wir gern erst einmal. „Viele haben die Perspektive verloren“, erklärt von Nottbeck. „Wir erleben einen fremdgesteuerten Veränderungsprozess. Vieles fängt an sich zu verändern, aber ich weiß nicht, was dabei rauskommt“, führt sie aus. Handlung setzt erst einmal voraus, dass wir eine neue Entscheidung für die aktuelle Situation treffen. Und die ist schwierig einzuordnen. Denn unsere Wahrnehmung ändert sich und macht ständig Überstunden, um sich der stets verändernden Umwelt anzupassen. Thomas Wehrs vermutet hinter dem Nichtstun und Passivsein einen um sich greifenden Sinnverlust. Wir mussten über einen längeren Zeitraum auferlegten Regeln folgen und wissen nicht, was die Zukunft bringt. Das erschwert es uns, den Sinn oder die Motivation in unserer Arbeit zu sehen.

„Dazu kommt eine diffuse Angst, die mich nicht handeln lässt. Angst davor, etwas falsch zu machen“, ergänzt von Nottbeck. Dem können als Kind gelernte Muster zu Grunde liegen, meint Thomas Wehrs. Ursache kann allerdings auch sein, dass wir unser Problem nicht erkennen. „Wenn ich nicht weiß, was mir schwerfällt, kann ich es auch nicht lösen“, erklärt die Transaktionsanalytikerin von Nottbeck aus Hamburg.

Beziehungsbedürfnisse bewusst machen

Das Modell der Beziehungsbedürfnisse aus der Transaktionsanalyse kann uns dabei helfen, unseren Verhinderungen auf die Spur zu kommen. Thomas Lorenzen zählt sie auf:

1.      Sicherheit

2.      Wertschätzung

3.      Schutz und Akzeptanz

4.      Bestätigung persönlicher Erfahrungen

5.      Einzigartigkeit

6.      Einflussnahme

7.      Aktiviert werden

8.      Liebe ausdrücken

Wer sich selbst bewusst wahrnimmt und Lücken bei seinen Bedürfnissen erkennt, findet einfacher auf die Spur zu richtigen Entscheidungen. Der Schlüssel dabei: seinen eigenen Sinn nicht aus den Augen verlieren. Wer etwa seinem Job Bedeutung geben kann, behält die Orientierung, die Motivation und kann selbstbestimmte Veränderungen durchführen. Auf dieser Reise könnte so mancher Autoverkäufer erfolgreicher werden oder seine Bestimmung in anderen Aufgaben finden.

Sinnhaftigkeit fördert die Motivation

Fragen wir die drei Coaches nach ihren drei besten Ratschlägen für mehr Motivation und Sinnhaftigkeit, dann schließen sie:·         Der Sinn deines Tuns wirkt sich positiv aus auf dich und deine Umwelt aus. Akzeptiere es, wie es im Moment ist, passe deine Wahrnehmung an und finde deinen individuellen Sinn immer wieder neu

  • Der Sinn deines Tuns wirkt sich positiv aus auf dich und deine Umwelt aus. Akzeptiere es, wie es im Moment ist, passe deine Wahrnehmung an und finde deinen individuellen Sinn immer wieder neu
  • Sinn gibt Sicherheit in Krisensituationen, nach dem Motto: „Manchmal innehalten um sich von innen zu halten.“
  • Aktiviere deinen eigenen Sinn, eventuell mit Visionsarbeit und Wertearbeit

Wer sich bei der persönlichen Wertearbeit Unterstützung holen möchte, ist bei Thomas & Thomas sowie Verena an der richtigen Adresse. Nimm direkt Kontakt auf. Über die Berate Mich! App kannst du dich sowohl online als auch offline begleiten lassen. Hör weiterhin jeden zweiten Donnerstag unsere neuen Folgen im Podcast Permanent Change.

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