Charisma für die Führung – Ein Irrglaube?

Wer einen charismatischen Menschen trifft, ist darüber nicht im Zweifel. Charismatischen Führungskräften folgen wir gern. Warum eigentlich? Und was macht einen überhaupt zu einer charismatischen Persönlichkeit? Thomas und Thomas sprechen darüber, ob das viel zitierte Charisma angeboren oder erlernbar ist und was das mit Führung zu tun hat. Lies und hör mit in der aktuellen Episode des Podcasts Permanent Change – ein Wegweiser durch den stetigen Wandel.

Gottes Gabe oder erlernbare Kompetenz?

Die beiden Podcast-Gastgeber Thomas Wehrs aus Berlin und Thomas Lorenzen aus Hamburg sind zwar in erster Linie Transaktionsanalytiker. Sie haben aber auch weitreichende Erfahrungen in der Wirtschaft und den dort auftretenden mehr oder weniger charismatischen Führungskräften. Daraus schöpfen sie auch in ihrem aktuellen Gespräch über Charisma für die Führung. Nicht zuletzt hat Thomas Lorenzen ein Händchen für Sprachen: „Das Wort Charisma“, so weiß er zu berichten, „kommt aus dem Griechischen und ist die Substantivierung von Gunst erweisen, beschenken oder spenden, also beschenkt worden sein.“ Historisch wurde Charisma also als eine Gabe Gottes betrachtet. Manche Menschen sind auch heute noch dieser Auffassung. Die moderne Anschauung allerdings spricht davon, dass Charisma einer Person von außen zugesprochen wird. Diese Eigenschaft lässt sich also nicht beanspruchen, sie muss von anderen gesehen werden.

Klare Voraussetzungen für charismatische Persönlichkeiten

Nicht selten, so auch Thomas & Thomas‘ Erfahrungen, befindet sich die besondere Ausstrahlung in unmittelbarer Nachbarschaft des Narzissmus. Die „7 Säulen der charismatischen Persönlichkeit“ helfen dabei, klare Grenzen zwischen Charisma und übersteigerter Selbstverliebtheit zu ziehen. Sie lauten:

  1. Charismatische Persönlichkeiten spüren einen tiefen inneren Frieden. Sie wertschätzen sich selbst und plagen sich nicht ständig mit Zweifeln.
  2. Menschen mit Charisma verfügen über eine innere Zufriedenheit und Gelassenheit. Sie nehmen sich selbst so an, wie sie sind. In der Transaktionsanalyse spricht man von einer OK / OK-Haltung – auch sich selbst gegenüber.
  3. Sie akzeptieren sich selbst mit ihren Stärken, Talenten und Schwächen
  4. Charismatische Personen strahlen eine ansteckende Zielstrebigkeit aus. Sie identifizieren ihre Mission, ihren Nutzen und dümpeln nicht im Leben herum. Das motiviert andere, ihnen zu folgen.
  5. Sie verströmen eine mitreißende Energie, die ihre Zielstrebigkeit ihnen verleihen kann. Charismatische Personen setzen sich Ziele und verfolgen diese konsequent und diszipliniert. Daraus schöpfen sie Energie und stecken andere damit an. Diese Eigenschaft hat jedoch ihre Grenzen in Überforderung und Stress. Hand in Hand mit der Zielstrebigkeit muss deshalb eine Reflektiertheit gehen, die das verhindert.
  6. Charisma wirkt nach außen und wird von außen erkannt und nicht von innen behauptet. Deshalb spielt eine wichtige Rolle, dass die ersten fünf Aspekte charismatischer Persönlichkeiten effektiv nach außen transportiert werden können. Extravertierten Menschen mag das natürlich liegen, Introvertierte machen das in einer leiseren Form.
  7. Darüber hinaus verfügen charismatische Persönlichkeiten über eine gute Kommunikationsfähigkeit. Sie können anderen ihre authentische Haltung vermitteln und spielen ihnen nichts vor.

Mehr Charisma in der Führung

Die fundierte Diskussion über Führungskräfte mit Charisma macht deutlich:

  • Charisma ist eine Fähigkeit, die sich erlernen lässt und niemandem in die Wiege gelegt wird
  • An den 7 Säulen kann sich orientieren, wer sich fragt, was Charisma ausmacht. Sie dienen auch als Wegweiser dafür, wie man es selbst erlernen kann
  • Charisma ist hin und wieder dicht am Narzissmus gelegen, bei genauer Betrachtung allerdings lassen sich die beiden Ausprägungen einer Persönlichkeit klar trennen
  • Charisma ruft nicht zu einer blinden Gefolgschaft auf, sondern es braucht eine eigene Reflektion und eine klare Sicht auf sich selbst

Hast Du Lust auf weiteren Austausch über das Thema? Vereinbare ein kostenloses Erstgespräch mit Thomas und Thomas, die gern als Sparring-Partner zur Verfügung stehen. Sie sind auch über die Berate Mich! App zu finden.

Beim nächsten Mal sprechen die Podcast-Moderatoren Thomas & Thomas mit Désirée von Bohlen und Halbach über ihren Verein Desideria Care e.V., in dem sie sich für eine demenzfreundliche Gesellschaft einsetzt. Hör auch bei diesem spannenden Interview wieder mit bei Permanent Change.

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